Hilfen für Schleiereulen
nach einem Merkblatt des LBV (Landesbund für Vogelschutz)
unter "Download" auch als ZIP-Datei zu finden.


Ich erspare mir die Einleitung und komme direkt zum Thema - das hier auch nur kurz angesprochen werden kann. Wer sich weiter informieren will, sollte sich Broschüren besorgen oder vielleicht einfach mal eine Gruppe des NABU besuchen und dort um Hilfe bitten. Keine Scheu, man freut sich immer über "neue Gesichter" und in vielen Gruppen findet sich auch Leute die schon Erfahrungen mit der Herstellung und der Installation von Schleiereulenkästen haben.

Einfluglöcher in Gebäuden
    Einfluglöcher, die in der Giebelspitze eines Hauses liegen, werden von Schleiereulen und Fledermäusen besonders gerne angenommen. Für diese Öffnungen empfiehlt sich eine Rautenform von 13 x 13 cm Größe. Der Anbringung derart gestalteter Einfluglöcher in landwirtschaftlichen Gebäuden sollte in Zukunft wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Diese Öffnungen bieten den Vorteil, dass die Schleiereulen in strengen Wintern oder bei allgemein ungünstiger Witterung innerhalb dieser Gebäude dem Beutefang nachgehen können. Zugleich werden Innenräume, wie Getreidelager und Scheunen, den Vögeln als Tagesunterstände zugänglich gemacht. Landwirte, die dieser Empfehlung bereits folgten, sind von der erheblichen Schadnagerreduzierung in diesen Gebäuden begeistert. Zudem sind diese Maßnahmen mit wenig Aufwand durchzuführen.
 
 

Nistkästen für Schleiereulen
Dieser Nistkasten kann aus Holzbrettern oder aus Feinspanplatten hergestellt werden. Bewährt hat sich folgen die Materialzusammenstellung :
Vorder- und Rückseite (mit Türe): 13 mm Spanplatte 100 x 48 cm
Seitenteile zweimal: 19mm Spanplatte 48 x 48 cm
Boden und Deckel: 5mm Hartfaserplatte 100 x 50,6 cm
Dunkelbrett: 16 oder 19mm Spanplatte 48 x 35 cm
Dachlatten: 2 Stück, Mindestlänge 92 cm

Einbau-Empfehlungen für Schleiereulen-Nistkästen
Habitatsansprüche der Schleiereule:
- freier Anflug und gute Sicht auf das Flugloch
- liebt freie Wiesen und Obstbaugebiete, meidet Wald
- akzeptiert Futterangebote, auch tote Mäuse und Eintagsküken
- jagt im Innern von Gebäuden, besonders im Winter
- Tages-Ruheplatz meist im Giebel von Gebäuden mit Einflugloch.
 
 

Folgende Empfehlungen haben sich beim Einbau der Schleiereulen - Nistkästen bewährt:
1. Zwei Dachlatten, ca. 52 cm lang, quer zum Tragebalken aufschrauben (siehe Zeichnung)
2. Einflugloch ausmessen und aussägen
3. Schleiereulen - Nistkasten direkt dahinter aufsetzen und mit 80er Nägeln oben an die Bretter und seitlich an den Balken nageln (besser noch anschrauben); die Dachlatten von unten an den Nistkasten annageln, da- nach noch den Einstreu einbringen. Weiterhin ist es empfehlenswert, einen zweiten Nistkasten im selben Gebäude anzubringen. Die Erfahrung der letzten Jahren hat gezeigt, dass Turmfalken und Schleiereulen sich gegenseitig den Brutplatz streitig machen. Durch einen weiteren Nistkasten bietet sich somit eine Ausweichmöglichkeit an.
Flächendeckend angebotene Nisthilfen über angrenzende Gemeinden und Ortschaften hinweg bieten die beste Gewähr, dass sich die Schleiereule wieder ausbreiten kann.

Pro Ortschaft empfehlen wir das Anbringen von drei bis sechs der beschriebenen Spezialnistkästen. Sie werden erfahrungsgemäß auch von Turmfalken und Waldkäuzen als Nistmöglichkeit angenommen. Allgemein herrscht die Meinung vor, Schleiereulen bewohnen nur Gegenden, die nicht höher als 500 m liegen. Eigenen Beobachtungen zur Folge wurden in diesen Nistkästen auf der Schwäbischen Alb, jeweils in Höhenlagen über 800 m, mehrere Bruten erfolgreich gezeitigt.

Nach erfolgreicher Brut darf der Nistkasten nicht gereinigt werden. Als Einstreu, 3 cm hoch, eignet sich kurzgeschnittenes Stroh oder Öhmd. Wenn Auswahl besteht, sollte die mindestens sechs Meter hoch liegende Einflugöffnung nach Osten oder Norden ausgerichtet sein. Bei einer Ausrichtung nach Süden können die Temperaturen im Kasteninneren zu hoch ansteigen. Die Ausrichtung nach Westen kann durch Schlagregen problematisch werden.