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Im Frühjahr hört man sie wieder im Wald trommeln,
oft paarweise als Zeichen ihre Zusammengehörigkeit: Die Buntspechte. Sie
mögen es tatsächlich bunt, wie viele andere Waldbewohner auch, das
heißt, sie fühlen sich in artenreichen und lebendigen Mischwäldern
besonders wohl. Daher setzt sich der NABU für eine naturnahe Waldwirtschaft
ein, das bedeutet: Kahlschläge sollen vermieden werden und anstelle künstlicher
Anpflanzung soll sich der Wald natürlich verjüngen dürfen. Totholz
soll liegen bleiben und als Lebensraum dienen, Sanfte Arbeitstechniken sollen
dem Einsatz von Großmaschinen vorgezogen werden, auf Chemie soll verzichtet
werden. Nur, wenn möglichst viele Wälder naturnah bewirtschaftet werden,
wird der Buntspecht auch in Zukunft zu hören sein.
Kaum ein Vogel kommt so wenig entwickelt zur Welt wie
der Buntspecht. Da ist Fürsorge angesagt. Das Buntspecht-Männchen
erweist sich bei der Aufzucht der Jungen als besonders sorgsam. Bis etwa eine
Woche vor dem Ausfliegen verbringt es jede Nacht bei den Jungen. Für aggressive
Specht- Allüren bleibt da wenig Raum. Wie alle Jungvögel sind auch
Buntspechte in den ersten Lebenswochen sehr gefährdet. Nachts fallen sie
häufig Waldkauz oder Marder zum Opfer, tagsüber müssen sie vor
Habicht und Sperber auf der Hut sein. Oft überlebt nicht einmal ein Junges
pro Jahr. Hinzu kommt, dass bereits ein Teil der Gelege von Katzen, Mardern
oder Eichhörnchen gefressen wird.
Zum Balzzeremoniell der Buntspechte gehört der
Höhlenbau, kranke und morsche Bäume werden bevorzugt. Die Bauarbeiten
erledigt vor allem das Männchen. Es hackt zunächst unermüdlich
die Rinde weg und schließlich entsteht dabei ein kreisrundes Loch von
rund fünf Zentimetern Durchmesser. Immer weiter arbeitet sich der Vogel
durchs Holz bis eine sackförmige Höhle erkennbar wird. Nach etwa zwei
Wochen, am Ende der Bauzeit, schafft der Buntspecht nicht mehr alle Späne
hinaus, sondern lässt sie am Boden der Höhle. Während der Bauphase
beginnen sich die Buntspechte zu paaren. Ab Mitte April beginnt das Weibchen
mit der Eiablage. Jeden Tag legt es ein weißes Ei; fünf bis sieben
Eier insgesamt. Das Buntspecht -Männchen beteiligt sich sehr eifrig am
Brüten und übernimmt die Nachtschicht. Nach neun bis zwölf Tagen
schlüpfen die Jungen. Anfangs sind sie wie alle höhlenbrütenden
Nesthocker nackt, blind und unbeholfen, darum halten die Eltern sie die ersten
fünf Tage ständig warm. Die Jungen werden mit Insektenlarven, Spinnen
und Früchten gefüttert. Sie zirpen ständig und halten so die
Altvögel auf Trab. Erst wenn die Jungen etwa zehn Tage alt und gut befiedert
sind öffnen sich Augen und Ohren. Die jungen Buntspechte wachsen schnell
und lassen sich etwa. ab dem 18. Tag am Schlupfloch blicken, um die nächste
Portion zu empfangen. Bald darauf verlässt der erste Jungvogel die Nisthöhle.
Seine Geschwister folgen ihm in kurzen Abständen. Spätestens am 23.
Tag nach dem Schlüpfen sind alle Jungen ausgeflogen.