Vogel des Jahres 1983
Die Uferschwalbe 
Riparia riparia
Vogelgruppe Singvögel
Merkmale Zierliche Schwalbe mit einfarbig brauner Oberseite; Unterseite weiss mit braunem Brustband; kurzer, etwas gegabelter Schwanz; beide Geschlechter gleich; ihr reibendes "Tschrrip" ist nicht weit zu hören.
Grösse (cm) 12 Gewicht (g) 12-18
Brutort Erdhöhlen Anzahl Bruten / Jahr 2
Gelege (Eier) 5-6 Brutdauer (Tage) 14
Nestlingsdauer 19
Lebensraum Kiesgruben, Fliessgewässer
Nahrung Insekten
Zugverhalten Langstreckenzieher; Tagzieher
Rote Liste 2001 potenziell gefährdet Brutpaare, Schweiz: 5500-6500
Im April und Mai kehren diese kleinsten unserer Schwalben aus ihren Winterquartieren zurück und sammeln sich zunächst an Flüssen und Seen, wo sie über Wasser Mücken jagen. Später suchen sie ihre vorjährigen Nistplätze in Sand- und Kiesgruben auf. Früher nisteten sie auch in Steilufern von Flüssen,. Diese Brutplätze sind aber fast ausnahmslos den Flussverbauungen zum Opfer gefallen. Die Uferschwalbenbestände sind starken Schwankungen unterworfen, dabei können Trockenperioden im afrikanischen Winterquartier zu Bestandseinbrüchen im Brutgebiet führen. Intensiver Kiesabbau und die Konzentration des Abbaubetriebs auf wenige Grossgruben bedeuten eine latente Gefahr für die Uferschwalben; bei der Aufgabe des Abbaus werden die Gruben oft aufgeschüttet, damit können innerhalb kurzer Zeit Hunderte von Paaren ihren Brutplatz verlieren. In den noch vorhandenen Kolonien herrscht ein reges Kommen und Gehen. Zuweilen scheinen sie ganz verlassen und nur ein einziger, am weissen Kinn kenntlicher Jungvogel, streckt den Kopf zur Niströhre heraus. Im nächsten Augenblick ist die Luft schon vom Flügelschlagund dem Zwitschern einer Vielzahl von Schwalben erfüllt, die ihren Nesteingängen zufliegen oder an steilen Böschungen festgeklammert sich geschwätzig unterhalten, bis plötzlich der Schwarm wieder davonfliegt. Durch ihr braunes Brustband unterscheidet sich die Uferschwalbe deutlich von der Rauch- und der Mehlschwalbe. Ihr Schwanz ist ausserdem weniger stark gegabelt, und ihr fehlt der weisse Bürzel der Mehlschwalbe. Uferschwalben halten sich kaum am Boden auf. Nur nach der Brutzeit verbringen grosse Gruppen die Nächte im Schilf oder in Weidenpflanzungen, aber nicht lange, denn schon ab der zweiten Julihälfte ziehen die Uferschwalben in ihre afrikanischen Winterquartiere.
Die Angaben stammen aus dem Werk 'Vögel in der Schweiz'
Das 280 Seiten umfassenden Buch ist an der Schweizerischen Vogelwarte, 6204 Sempach, erhältlich