Im April und Mai kehren diese kleinsten unserer
Schwalben aus ihren Winterquartieren zurück und sammeln sich zunächst
an Flüssen und Seen, wo sie über Wasser Mücken jagen. Später
suchen sie ihre vorjährigen Nistplätze in Sand- und Kiesgruben
auf. Früher nisteten sie auch in Steilufern von Flüssen,. Diese
Brutplätze sind aber fast ausnahmslos den Flussverbauungen zum Opfer
gefallen. Die Uferschwalbenbestände sind starken Schwankungen
unterworfen, dabei können Trockenperioden im afrikanischen Winterquartier
zu Bestandseinbrüchen im Brutgebiet führen. Intensiver Kiesabbau
und die Konzentration des Abbaubetriebs auf wenige Grossgruben bedeuten
eine latente Gefahr für die Uferschwalben; bei der Aufgabe des Abbaus
werden die Gruben oft aufgeschüttet, damit können innerhalb kurzer
Zeit Hunderte von Paaren ihren Brutplatz verlieren. In den noch vorhandenen
Kolonien herrscht ein reges Kommen und Gehen. Zuweilen scheinen sie ganz
verlassen und nur ein einziger, am weissen Kinn kenntlicher Jungvogel,
streckt den Kopf zur Niströhre heraus. Im nächsten Augenblick
ist die Luft schon vom Flügelschlagund dem Zwitschern einer Vielzahl
von Schwalben erfüllt, die ihren Nesteingängen zufliegen oder
an steilen Böschungen festgeklammert sich geschwätzig unterhalten,
bis plötzlich der Schwarm wieder davonfliegt. Durch ihr braunes Brustband
unterscheidet sich die Uferschwalbe deutlich von der Rauch- und der Mehlschwalbe.
Ihr Schwanz ist ausserdem weniger stark gegabelt, und ihr fehlt der weisse
Bürzel der Mehlschwalbe. Uferschwalben halten sich kaum am Boden auf.
Nur nach der Brutzeit verbringen grosse Gruppen die Nächte im Schilf
oder in Weidenpflanzungen, aber nicht lange, denn schon ab der zweiten
Julihälfte ziehen die Uferschwalben in ihre afrikanischen Winterquartiere. |